Spiegel online berichtet:
“So schnell kann es gehen: Noch vor wenigen Wochen galt Guido Westerwelle als der Verlierer des Jahres. Doch der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg stärkt den Außenminister – er ist einen gefährlichen Rivalen los.

Berlin – Guido Westerwelle saß am vorigen Dienstag im Gespräch mit Journalisten, es ging um Libyen, über die Frage einer Flugverbotszone, über die Zukunft Muammar al-Gaddafis. Um die große Welt. Da stand der Büroleiter einer großen Tageszeitung plötzlich auf und entschuldigte sich: Es werde gerade gemeldet, Verteidigungsminister zu Guttenberg trete zurück. Er müsse leider gehen, um schnell darüber zu berichten.

Der Außenminister wusste zu diesem Zeitpunkt bereits, dass es so kommen würde. Die Kanzlerin hatte ihn informiert. Westerwelle stellte den Journalisten natürlich frei, zu gehen. Er habe dafür volles Verständnis.

Dann setzte der Außenminister ein Pokerface auf: Er sagte kein Wort zu Guttenberg, er ließ sich keine Gefühlsregung anmerken – weder Betrübnis noch Genugtuung. Nichts.

Dabei dürfte der Ober-Liberale innerlich wohl Erleichterung empfunden haben: Guttenbergs Abstieg entledigt ihn eines Konkurrenten am Kabinettstisch. Dessen abruptes Ende stellt die politischen Regeln auf den Kopf. Noch zu Jahresbeginn sah es für Westerwelle ganz düster aus. Da wurde er, der glücklose FDP-Chef, bereits zum Verlierer gestempelt. Von den Medien, von vielen in seiner eigenen Partei. Karl-Theodor zu Guttenberg hingegen war der strahlende Star – Bundeswehrreform angeschoben, Sympathieträger der Union, möglicherweise irgendwann einmal Kanzlerkandidat. Guido Westerwelle schien ein Auslaufmodell.

Nun ist es genau umgekehrt: Der Star ist weg und Westerwelle ist immer noch da.”

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