Wie ticken die Deutschen 2010? In der Beschwerdestelle des Reiseriesen TUI entsteht das Psychogramm einer Nation.

Der deutsche Urlauber 2010 sorgt sich um alles. Er hat Angst, unter seinesgleichen zu landen. Er hat Angst, nicht unter seinesgleichen zu landen. Angst, sich falsch zu benehmen. Angst, dumm aufzufallen. Angst vor Anschlägen, vor Viren, vor Tsunamis, Aschewolken und selbst vor dem eigenen drohenden Abstieg. Die weiter wachsenden Gruppen osteuropäischer oder asiatischer Urlauber um ihn herum führen ihm vor Augen, dass er auch die touristische Welt nicht mehr allein beherrscht. Auf all diese Ängste reagieren die Kunden, indem sie versuchen, sich gegen alle Unwägbarkeiten zu versichern.
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So rutscht der Urlaubsdeutsche in eine Identitätskrise. Er fühlt sich schon am Flughafen “behandelt wie ein Terrorist” oder findet es “unerträglich”, wenn die TUI gar seine akademischen Titel (“Prof. Dr.”) bei der Korrespondenz nicht korrekt erwähnt: “Bei einer ordentlichen Geschäftsbeziehung muss doch an erster Stelle der gegenseitige Respekt im Umgang miteinander stehen.” Es geht den Kunden sehr oft um Respekt. Sie wollen ernst genommen werden.
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wer’s genauer wissen will..

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