Frank ballt die Hand in der Tasche zur Faust, als er sieht, wie der attraktive Kerl auf der Party seine Freundin anbaggert. Paula surft stundenlang auf den Facebook-Seiten ihres neuen Lovers und sucht nach Grußbotschaften seiner Ex. Und schon die zweijährige Mia fühlt Zorn in sich aufsteigen, wenn Mama ein fremdes Baby auf den Arm nimmt.

Eifersucht kennen wohl die meisten von uns. Sie ist ein altes Menschheitsthema, der Stoff, aus dem Dramen und Tragödien gestrickt sind. Wer von ihr geplagt wird, sieht seine Verbindung zu einer anderen Person oder den eigenen Stellenwert gefährdet, sei es beim Partner, bei der besten Freundin oder bei der eigenen Mutter. Die Betroffenen erleben eine ganze Bandbreite an Gefühlen von Angst und Traurigkeit bis hin zu blanker Wut, oder sie ergehen sich in Selbstzweifeln.

Doch die Frage, warum dieses heftige Gefühl überhaupt existiert, gibt Forschern immer noch Rätsel auf: Ist Eifersucht womöglich nur ein Zeichen für eine intakte soziale Beziehung? Oder folgen die Wutausbrüche betrogener Ehemänner und -frauen einem alten evolutionären Schema, das sich einst im Lauf der Menschheitsgeschichte als nützlich erwiesen hat? Auf der Suche nach Antworten rücken Psychologen dem partnerschaftlichen Argwohn immer systematischer zu Leibe.

wer’s genauer wissen will

“Psychologen führen Eifersucht häufig auf gesellschaftliche Normen zurück, nach denen eine Partnerschaft als exklusiv gilt und romantische Gefühle nicht teilbar sind. Viele Menschen schießen bei diesem Anspruch sogar über das Ziel hinaus, wie eine Umfrage unter jungen Erwachsenen zeigte, die Schmitts Kollege Ulrich Mees 1997 durchführte: Der ideale Lebensgefährte, so stellte sich in der Befragung heraus, sollte uns “ausschließlicher” und länger lieben als wir ihn”

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